Grüntöne. Sieben Laster und ein Schnegel – Literarisches aus Nicks Garten

«Grüntöne» ist nicht nur ein äusserst gelungenes Lesebuch für Gärtnerinnen und Gärtner, sondern auch eine unterhaltsame Lektüre für Menschen, denen die kleinen Laster des Alltags nicht gänzlich fremd sind und die auch gerne etwas Schönes in Händen halten: Die liebevolle Gestaltung und grüngetönten Bilder von Giorgio Hösli machen es zu einer Augenweide.

CHF 23.50

Beschreibung

Es sind lässliche Laster, die Nicole Häfliger alias Nick in ihren Grüntönen beschreibt, Laster wie Vergesslichkeit (amnesis), Wankelmut (inconstantia) oder Dussligkeit (stultitia). Was Nick in ihren Texten so ehrlich wie selbstironisch preisgibt, hat mit dem Garten, seinen Pflanzen und Tieren zu tun, aber nicht ausschliesslich. Im Hintergrund geht es stets um den Menschen, seine Irr- und Wirrungen – und um Sprache. Nicks spielerischer Umgang mit der deutschen Sprache ist virtuos und so eigenwillig wie ihre Namensgebung. Die Hühner nennt sie Velociraptoren, Lauchgewächse werden bei ihr zu Alliümmern und den Mann an ihrer Seite bezeichnet sie schlicht als Nichtgärtner.

Die Grüntöne sind berührend, zum Beispiel wenn Nick ihre eigenen Gartenwurzeln zu ergründen sucht, keck, wenn sie einen Antrag auf «Änderung des Blumenzwiebelsetz-Termins» stellt, und vergnügt augenzwinkernd, wenn sie die Schwierigkeiten ihrer Kompostanfänge offenbart. Zudem sind sie auch bodenständig, denn sie beruhen auf Fachwissen, was sich auch in einem Addendum niederschlägt, das Wörter wie «mendelig» oder «remontieren» selbst für Nichtgärtnerinnen und Nichtgärtner in verständlicher Weise erklärt. Dazu gibt es für alle, die sich für die im Text erwähnten Pflanzen interessieren, eine Pflanzenliste die von Aconitum carmichaelii, dem Herbst-Eisenhut, bis zur Wisteria sinensis, dem Chinesischen Blauregen, reicht.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0.3 kg
Größe 20.4 × 12.4 × 1.5 cm
Bindung

Hardcover

Seiten

176

Abbildungen

ca. 20 Fotos von Giorgio Hösli

Auflage

1, Oktober 2017

6 Rezensionen für Grüntöne. Sieben Laster und ein Schnegel – Literarisches aus Nicks Garten

  1. Carmen Hocker

    «Doch nicht allein», dachte ich erleichtert. Es gibt noch andere Gärtnerinnen, die sich von Nichtgärtnern unverstanden fühlen. Schön zu wissen, dass wir Gärtnerinnen offenbar alle ein bisschen gaga sind. Exzentrisch. Auch ohne Pluderhosen und Sonnenhut à la Vita. Allein durch die Tatsache, dass sich Blick und Gefühlswelt verändern, ist man erst einmal vom Gartenvirus infiziert.

    Eine herrlich kurzweilige Lektüre für alle Vollblutgärtnerinnen, die schon einmal wegen einer falschen Farbe im Beet schlaflose Nächte verbracht haben – und einen ahnungslosen Nichtgärtner an ihrer Seite haben.

  2. Antonia Zurbriggen

    Das Buch ist ein Aphrodisiakum für Gartenliebe – um klar zu sein, nicht für Liebe im, sondern zum Garten. Würde ich nicht weit entfernt in den Ferien liegen, hätte es mich wohl nach der Lektüre verschiedener Kapitel jeweils nicht auf dem Stuhl gehalten, ich hätte mich in meinem Garten unverzüglich ans Schauen, Staunen und Werken machen müssen. So ansteckend kann Lust am Garten daherkommen, weil sie uns dessen Bedeutung weit über seine Ästhetik oder den Nutzwert hinaus erschliesst, nämlich als Übungsfeld für persönliche Entwicklungen, abgehandelt an einer Perlenschnur von „Lastern“, die als solche aus der Mode gekommen erscheinen. Aber oha!

  3. Christian Dittus, Literaturagent

    «Ich bin nicht Gärtner», würde ich in Abwandlung des berühmten ersten Satzes in Max Frischs Roman «Stiller» und mit Bezug auf Nicole Häfligers «Grüntöne» sagen. Denn natürlich bin ich es doch, wenigstens im Garten der Sprache und der Literatur, in dem Nicole Häfliger genauso zu Hause ist wie in ihrem realen Garten. In ihren Texten treibt sie die wunderbarsten sprachlichen Luftwurzeln aus und macht den Leser zum Komplizen ihrer beiden Leidenschaften – selten wird Sprache dem Inhalt so gerecht wie hier. Egal ob sie die prächtige Blüte einer exotischen Pflanze schildert, einen kümmerlichen Steckling oder einen gewöhnlichen Regenwurm, immer wird das fast kindliche Staunen und die unverhohlene Begeisterung im Angesicht der Natur spürbar. Dass Nicole Häfliger den Mann an ihrer Seite «Nichtgärtner» nennt, muss Programm sein, denn bei ihr wird, frei nach Frisch, jeder zum Gärtner.

  4. Karl Ploberger

    Der Germanistin Nicole Häfliger gelingt es in diesem Buch, die Unzulänglichkeiten des Menschen kombiniert mit der Gartenleidenschaft in einer brillanten Sprache darzustellen. Unterhaltsam und lehrreich!

  5. Philippe Zbinden

    Von einem gärtnerisch-literarisch wohltuenden Spaziergang
    Vorsicht: Wer in den Grüntönen eine banale Beschreibung sieben verschiedener Laster und eines Schnegels erwartet, der hat bestimmt dieses faszinierende Werk falsch eingeschätzt. … Ein absolutes Muss für jede Bibliothek!

  6. Alfred

    Lese gerade mit Grossem Vergnügen die Gartengeschichten aus Nicole‘s Gartenuniversum. Typisch die Basilikum Wachstumsgeschichte auf Seite 64. Blöffen unter Profis. Sehr zu empfehlen.

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